Trends 2019

Trends 2019

Neue Nischenangebote

Nischenangebote wie Kurse in Boxing und Rowing sind im kommen. Wurde es in den letzten Jahren mit Hot Yoga heiß, wird es jetzt kalt, eiskalt. Mit „Cryotherapy“ werden Kunden jetzt schockgefrostet. HIIT wird zu LIIT und es wird bunt gemischt: HIIT und Cycling, Cycling und Yoga oder Yoga und HIIT. Neue Entwicklungen im Jahr 2019.

Sich auf ein spezielles Kurskonzept festzulegen, ist in London und New York nicht neu. Erst gab es Boutique Fitness für Indoor Cycling, dann kam das Training in der Gruppe auf den Laufbändern. Die Cycling-Welle rollte auch nach Deutschland. In Berlin haben „Becycle“ und „RideBerlin“ die Nase vorn, in Hamburg ist es das „Highcycle“.

Boxing- und Rowingkurse sind im kommen
Jetzt eröffnen in New York kleine Clubs wie das Shadowbox und in London das BOXR, Another_Space oder das Kobox, die sich auf das Thema Boxing spezialisiert haben. Andere Mikrostudios in Los Angeles, New York und London haben die Rudergeräte für sich entdeckt und bieten das Training nicht für Einzelkämpfer, sondern im Bereich Groupfitness an.
Auch in Kanada ist das Indoor Rowing in der Gruppe der neueste Trend. Die Inhaberin vom „Scullhouse“ in Tornto hat sich zusätzlich etwas ganz Neues einfallen lassen. Kristin Jeffery war führer in der kanadischen Nationalmanschaft der Ruderer. Für gut Trainierte hat sie die beiden Kurstrends Boxing und Rowing in dem Kurs „Box Row“ miteinander kombiniert. Ein 55-minütiges Intervalltraining auf dem Rudergerät wird durch Boxroutinen und Übungen auf der Matte unterbrochen. Mit dieser kuriosen Mischung sind die Kanadier nicht allein. Mittlerweile wird alles Mögliche bunt durcheinander gewürfelt.

Boutique-Fitness-Studios stellen sich breiter auf

Das „RideBerlin“ in Mitte oder das „Hicycle“ in der alten Ofenfabrik am Eppendorfer Baum in Hamburg setzen noch rein auf Indoor Cycling. Variiert wird hauptsächlich der Musikstil. Im „Becycle“ in Berlin sieht das schon anders aus. Hier zeigt sich, was international in den USA, UK und Kanada schon Gang und Gäbe ist. Das „Becycle“ bietet neben reinem Cycling auch HIIT und Barre an. Zudem haben die Berliner auch Kurse zur Entspannung und Regeneration wie Yoga und Mobilitätstraining in ihr Programm aufgenommen. Sich nicht auf ein Konzept zu fixieren, scheint sich zu lohnen.
Das „BXR“ in London hat sich neben der Spezialisierung auf Boxing auch Kursen wie HIIT, Functional Training, Yoga und Stretching verschrieben. Der kleine Club verfügt über drei Räume in denen unterschiedliche Sessions angeboten werden. Das Angebot der kleinen Clubs wird um passende und von den Kunden gewünschte Angebote ergänzt. Vor allem Yoga wird gern ergänzt. Entsprechend nähert sich das Angebot etwas mehr an das der klassischen großen Fitnessanlagen an. Manchmal liegt das auch daran, dass klassische Clubs sich im Bereich Boutique Fitness etablieren wie das „KXU“ in London. Das „KXU“ ist die kleine Schwester des 2002 gegründeten „KX“, ein privater Fitnessclub mit einem umfassenden Wellnesskonzept. Der Club bietet neben Cycling auch Boxing, HIIT und Yoga an. Auch das Studio Another_Space in London bietet verschiedene Kurse unter einem Dach. Neben Cycling, HIIT und Yoga wird auch hier geboxt.

Mix & Match

Es wird nicht nur das Angebot ausgeweitet. Cycling allein scheint auf Dauer zu eintönig. Neben der Kombination von Boxen und Rudern wie im „Scullhouse“, gibt es gerade im Bereich Cycling neue Kombinationen, die für Abwechslung sorgen. „The Wall“ ist das größte Boutique Studio in Los Angeles und als grünes Studio registriert. Die Betreiber haben ein neues Konzept, bei dem sie vor jedem Cycling Kurs erst einmal 30 Minuten Core- und Hanteltraining anbieten und zwar mit Herzfrequenzmessern, die den Puls kontrollieren. Aber auch HIIT und Cycling werden hier zu einem eigenständigen Kursformat gemixt. Auch Yoga wird mittlerweile in Cycling Sessions eingebaut.
Das „KXU“ in London bietet „HIIT + Run“ an. Neben der Functional-Training-Zone stehen für diesen Kurs entsprechende Laufbäder zur Verfügung. Dabei wird ein Intervalltraining auf dem Laufband mit verschiedenen Geschwindigkeiten und Steigungen mit Krafttraining kombiniert. Die entsprechende Musik und die Nachtclubatmosphäre sorgen für Motivation. Der Club „Another_Space“ kombiniert Boxing mit HIIT und das „Blok“ in London setzt auf Boxing in Verbindung mit Functional Training. Vermeintliche Gegensätze wie HIIT und Yoga werden jetzt in einem Kurs zusammen angeboten. Auch beim Cycling oder Boxing fließen Yogaelemente mit ein. Es ist auffällig, dass besonders in Mikrostudios mit harten Trainingskonzepten vermehrt auch Yoga und Stretching auf dem Kursplan stehen.

Trend zu Regeneration und Entspannung

In England und den USA setzen Studios, die HIIT anbieten auf Regeneration und Entspannung. Im Londoner „Frame“ wird HIIT sogar direkt mit Entspannung verknüpft. Dort steht „HIIT & Chill“ auf dem Programm, eine Kombination aus HIIT, Yoga und Stretching. Der Kurs beginnt mit hoch intensivem Intervalltraining, plyometrischem und isometrischem Training, begleitet von elektronischen Beats. Im Anschluß folgen Yoga- und Stretchingübungen zu klassischer Musik. Das Boutique-Fitness-Studio „Crew Row House“ in Kanada mixt HIIT mit Rudertraining und Elementen zur Regeneration.
Im „Scullhouse“ in Toronto heißt das Motto „Row & Flow. Einer meditativen 25-minütigen Rudereinheit folgen 30 Minuten Yoga. Auch das stylische Boutique-Fitness-Studio „Blok“ in London setzt neben HIIT und Boxing auf Regeneration und bietet mit dem Kurs „Blokstrech“ ein Programm bei dem Foam Roller und flexible Bänder zur Dehnung und Muskelentspannung eingesetzt werden. In Chicago setzt die „EDGE Athlete Lounge“ in Sachen Recovery neue Maßstäbe. In großen schweren Ledersesseln relaxen die Kunden und lassen sich nach dem Indoor Cycling auf stylischen Rennrädern mit Kompressionsbehandlungen, Lasertherapie, Elektostimulation, Massagen oder Physiotherapie verwöhnen. Selbst Barrys Bootcamp hat in Chicago neuerdings 50-minütige Recovery-Kurse.

Brrr, es wird kalt

Der Trend zu mehr Regeneration hat einen neuen Hype ausgelöst. Im „Brrrn“ in Manhattans Flatiron District gibt es ein Angebot, das neben der schnelleren Regeneration von Muskeln eine hohe Kalorienverbrennung verspricht. Dazu setzt man aber besser eine Mütze auf, denn die drei Kurse versprechen kühle Erfahrungen. Das vom Yoga inspirierte Mobilitätstraining findet bei noch entspannten 15°C statt. Beim Coretraining wird es mit 12°C schon ungemütlicher. Beim HIIT mit Sandsäcken und Battle Robes sind es dann nur noch 7°C. Im Anschluss wird man zum Aufwärmen sprichwörtlich in die Wüste geschickt, denn die Kabine mit dem wärmenden Infarotlicht heisst schlichtweg „Dessert“.
Kurz und knackig geht es bei der „Crytherapy“ zu. Im „LondonCryo“ werden die Kunden in einer Kältekammer bei -110°C für ca. drei Minuten schockgefrostet. Der Kälteschock nach dem Training soll negative Effekte nach einer exzessiven Anstrengung lindern und dem Körper helfen schneller zu regenerieren. Vor dem Training angewendet, soll „Cryotherapy“ die Leistungsfähigkeit verbessern. Auch im „KXU“ wird der Kälteschock zur schnellen Regeneration angeboten. Nicht nur die Regenerationzeiten verkürzen sich. Langsam aber stetig sinken die Trainingszeiten. Sich 90 Minuten zu quälen, ist nicht sehr beliebt. Schnell und effektiv soll das Training sein.

Workouts werden kürzer

Besonders das harte, intensive Intervalltraining der letzten Jahre scheint sich etwas zu wandeln. Neben Elementen zur Regeneration werden HIIT-Trainingseinheiten jetzt kürzer. Das Metabolic in London hat nicht nur die Trends Boxing und Rowing im Programm, sondern auch ein 30-minütiges Kurzprogramm namens „Quick HIIT“. Einige Trainer halten 15 Minuten hoch intensives Intervalltraining bereits für völlig ausreichend.
Der Premiumclub „Equinox“ in New York setzt ebenfalls auf kürzere Trainingszeiten. Das neue tanzinspirierte Low-Impact-Workout „The Muse“ geht nur über 30 Minuten. Bei dem sehr anmutig wirkenden, fließend ablaufenden Tanztraining werden handgroße Gewichtsbälle eingesetzt. Es gibt im Netz ein Video dazu. Das sieht so elegant aus, da möchte man als Tanzbegeisterte am liebsten sofort mitmachen. EMS-Training setzt ja schon immer auf kurze Trainingszeiten. Aber auch hier gibt es eine neue Entwicklung. Mit „Shock Therapy“ hat in New York das erste Boutique Studio eröffnet, das EMS als Groupfitness anbietet. Zur Sicherheit ist die Teilnehmerzahl auf maximal sechs Personen begrenzt.

Klettern: Groupfitness auf dem Versaclimber

Dem Trend zu kürzeren Trainingszeiten folgt auch das 30-minütige Ganzkörperworkout auf dem Versaclimber. Das Boutique-Fitness-Studio „BXR London“ ist auf Functional Trainning und Boxing spezialisiert und bietet als erstes Studio in Europa Groupfitness auf dem Versaclimber an. In Hollywood und Miami hat „Rise Nation“ Kurse auf dem Versaclimer in seinem Programm.
Alex Nicholl, Mitbegründer von „Sweat by BXR“, sagt: „Seit dem Start Anfang 2017 ist die Nachfrage nach Sessions erstaunlich hoch, wobei die meisten Plätze deutlich vor jeder Sitzung reserviert sind.“ Die Teilnehmer tragen bei den Kursen Pulsuhren, um die Herzfrequenz zu kontrollieren. Im „BXR“ gibt es Kurse für Anfänger und mit „HIIT-Climb“ auch Sessions für Ambitionierte.

Zunehmende Digitalisierung

Was in Zukunft neben neuen Kursformaten ein brennendes Thema sein wird, ist die zunehmende Digitalisierung. Neben Wearables sollten Trainer zumindest die wichtigsten Trainingsapps kennen, damit sie Kunden im Umgang mit den Apps helfen können. Noch ist es nicht greifbar, aber bald halten auch Virtual Reality Brillen Einzug in die Fitnessstudios, dann kann virtuell auf der Spree gerudert oder auch ein Kurs auf dem Mond stattfinden. Die Technik dazu gibt es schon.
In den USA werden aus den besten Boutique-Fitness-Studios jetzt schon Kurse life übertragen. „FORTË“ ist in den USA das neue Netflix und bietet Livestreams aus unterschiedlichen Studios an. So kann von überall auf der Welt in den angesagtesten Clubs von New York trainiert werden. Auch ClassPass bietet Livestreams von Kursen aus angesagten Studios wie „Flywheel Sports“, „Fhitting Room“ und „Shadowbox“. Auf einem Bike von Peloton kann man jetzt im Wohnzimmer live an Cycling Kursen verschiedener Boutique Studios in New York teilnehmen. Der Raum mit dem Trainer erscheint dann auf dem 22-Zoll-Touchscreen des Bikes. Wer gerade keine Liveübertragung möchte, kann aus dem On-Demand-Angebot auswählen. Das hat allerdings seinen Preis. Denn zuerst muss das Rad gekauft werden und auch die Kurse sind natürlich nicht umsonst.

HIIT wird zu LIIT

High Intensive Intervall Training – kurz: HIIT – kennt mittlerweile in der Branche jeder. Aber wie steht es mit LIIT oder HILIT? LIIT steht für Low Intensity Intervall Training. Das Training ist ähnlich aufgebaut wie HIIT, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Übungen langsamer ausgeführt werden und die Ruhephasen zwischen den Übungen größer sind. Zwischen den einzelnen Übungen werden ca. zweiminütige Pausen eingelegt. Das reduziert den Cortisolwert und die weniger intensive Belastung regt die Fettverbrennung an. Die Kurse sind besonders geeignet für Kunden, denen HIIT zu anstrengend ist. Das Tempo ist geringer und die Übungen sind etwas leichter. Die Belastung ist entsprechend moderat.
Der neueste Hype aus den USA ist HILIT. Dabei handelt es sich um eine Variante des HIIT. Die Abkürzung steht für High Intensity Low Impact Training. Einer der wichtigsten Grundsätze bei diesem Training, die Füße bleiben auf dem Boden. Es wird also weder gelaufen, noch gesprungen. Das reduziert das Verletzungsrisiko und ist gerade bei Gelenkund Kniebeschwerden eine Alternative zu HIIT. In der Regel dauert so ein Training 30–50 Minuten. LIIT und HILIT eignen sich gut für Einsteiger, um sich Schritt für Schritt auf die Belastungen des hoch inamittensiven Intervalltrainings einzustellen.

Rita Hoogestraat

Foto: Another_Space


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