Schmerzfrei dank Vitality Flossing

Schmerzfrei dank Vitality Flossing

Aktuelle Therapie- und  Trainingsmöglichkeiten

Mit Vitality Flossing kommt ein Trend, der bisherige Trainings- und Therapiemöglichkeiten für Trainer ergänzt. Körperpartien werden mit einem Latexband eng umwickelt, was zu zahlreichen positiven Effekten führen soll. Wie das Band angewendet werden kann und welche positiven Effekte es im Sport und in der Therapie mit sich bringt, zeigen Dominik Suslik und Sascha Seifert

Es gibt nur wenige Dinge, die es nicht gibt. Massagebälle, Faszienrollen, Tapes – alles zur Verbesserung von Gewebequalität und Bewegungsmustern. Sie alle wurden der Trainerszene vorgestellt. Jetzt ist ein neues Tool auf dem Vormarsch, das sich einfach und effektiv in Training und Therapie einsetzen lässt: Vitality Flossing.

Das Flossband ist ein elastisches Latexband, das speziell für kompressionsbasierte Beweglichkeitstechniken entwickelt wurde. Ein geniales Tool, welches helfen kann, eine schlechte Gelenkmechanik und verschiedene Beweglichkeitseinschränkungen zu korrigieren. Nach Europa kam das Band über Dr. Kelly Starrett, einem Doktor der Physiotherapie, der das Band in das Beweglichkeitstraining seiner Patienten und Kunden eingebaut hat.

Im Mittelpunkt unserer Betrachtungen zur Wirkungsweise des Flossbandes stehen in erster Linie die Muskelfunktionsketten und die Faszien, denn viele Schmerzen sind Folgen von Fehlfunktionen in Teilen der myofaszialen Ketten.

 

Das Flossband am Trainierenden anwenden

Behandeln wir einen Menschen mit dem Flossband, sei es im Mannschaftssport oder im Personal Training, können wir seine Beweglichkeit verbessern und den Regenerationsprozess verkürzen. Auch die Effekte hinsichtlich der Schmerzreduktion sind dabei zum Teil äußerst faszinierend. Unser Gewebe ist dynamisch und die Gewebsschichten können durch die Arbeit mit Vitality Flossing verschoben werden.

Das Vitality Flossing kann beim Lösen von Gewebsverklebungen helfen und die Durchblutung in Gelenken sowie im Muskel und im Bindegewebe verbessern. In Kombination mit verschiedenen Bewegungstechniken trägt das Flossing dazu bei, Gelenkschmerzen zu beseitigen, die Muskelkontraktion deutlich zu verbessern und die Gleitfähigkeit verklebter Strukturen wiederherzustellen.

Durch den Druck des Flossbandes können Zellen außerdem Wasser besser aufnehmen oder abgeben. Die Grundsubstanz des Bindegewebes besteht hier aus Mucopolysacchariden und verbindet kollagene mit elastischen Fasern. Sie sorgen dafür, dass das Gewebe nach einer Belastung in die Ursprungsform zurückkehrt. Verändert man die Druckverhältnisse im Gewebe, führt dies dazu, dass die Zellen Wasser aufnehmen bzw. abgeben. Die dabei entstehenden Spannungen werden als piezoelektrische Aktivität bezeichnet. Diese reizt wiederrum die Zellen zur Synthese und zur Ausrichtung der kollagenen Fasern. Die Ergebnisse sind faszinierend. Zudem kann es auch hervorragend zur Behandlung von Gelenkschwellungen genutzt werden.

 


Effekte des Vitality Flossings

– Verbesserte Gelenkbeweglichkeit
– Verkürzte Regenerationszeit der Muskulatur
– Lösen von Gewebeverklebungen
– Schmerzreduktion
– Anstieg der Durchblutung im Gewebe
– Verbesserte Sauerstoff- und Substratversorgung
– Steigerung der Empfindlichkeit der Sinnesrezeptoren, d.h. Steigerung der koordinativen Leistungsfähigkeit
– Abnahme der viskösen und elastischen Widerstände (Elastizitätserhöhung in Muskeln, Sehnen und Bändern)
– Produktionssteigerung der Synovialflüssigkeit in Gelenken, was zur Steigerung der Belastungstoleranz des Gelenkknorpels führt
– Steigerung der psychischen Leistungsbereitschaft und somit eine Verbesserung der Wahrnehmung


 

Knorpelverbesserungen dank Vitality Flossing

Damit das Gelenk nicht versteift, muss es immer wieder bewegt werden. Denn wird das Gelenk eines Tages seiner Beweglichkeit beraubt, produziert die Gelenkhaut weniger Flüssigkeit. Der Mangel an Be- und Entlastung des Knorpels reduziert seine Versorgung und die Gelenkkapsel und der Knorpel werden dadurch spröder. Die faszialen Strukturen bilden aphysiologische „Crosslinks“ (Wasserstoffbrücken), das Gewebe verklebt – und das Resultat ist eine Reduzierung der Beweglichkeit des Gelenks bis hin zu Arthrose. Es kommt zu Anpassungen der Gelenkstruktur durch eine fehlerhafte Funktion des Gelenkes.

Nach etwa 30 Tagen haben funktionelle Störungen strukturelle Veränderungen zur Folge. Schon A.T. Still (Begründer der Osteopathie) behauptete, dass eine gestörte Zirkulation der Beginn von Krankheit sei. Mit „Zirkulation“ meinte er hier den den venolymphatischen, den arteriellen und den nervalen Fluss. Eine Theorie ist, dass durch Flossing die Mirkrozirkulation verbessert und die Produktion von Synovialflüssigkeit angeregt werden soll (Synovia = innere Schicht der Gelenkkapsel).

Der Gelenkknorpel wird von der Synovia ernährt. Die Knorpelarkaden, die bei den Gelenkpartnern aufliegen, saugen sich über Diffusionsprozesse schwammartig voll. Anschließend sind sie besser vorbereitet, Druck- und Scherbelastungen auf die gesamte Knorpelfläche zu verteilen (Schockabsorption).

 

Wie und wann wende ich das Flossband an?

  1. zur Prävention: Trainingsvorbereitung zur Steigerung der Durchblutung und Verbesserung der Gelenkmechanik,
  2. zur Akutversorgung: z.B. nach Umknick-Traumata,
  3. zur Therapie: bei chronischen Überlastungssyndromen,
  4. zur Regeneration: Kompressionswickel für Arme und Beine sind gut nach intensiven Belastungen.

Der Trainer umwickelt den Trainierenden an den gewünschten Partien mit dem Flossband und macht mit ihm spezielle Übungen. Einige hiervon sind auf den nächsten Seiten aufgeführt. Möglich sind mit dem Flossband generell eher langsamere Übungen. Nach dem Training wird das Flossband wieder entfernt. Der Trainierende sollte jedoch nicht allzu lange eingewickelt bleiben, da ansonsten der Druck auf das Gewebe zu hoch wird.

 

Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel: „Überlastungssyndrome Lindern: Übungen und Therapieansätze“ von Dominik Suslik und Sascha Seifert

Originalartikel „Aktuelle Therapie- und  Trainingsmöglichkeiten. Schmerzfrei dank Vitality Flossing“ aus dem Trainer-Magazin 1/16 S. 68-71 von
Dominik Suslik | Sportwissenschaftler M.A., Ausbilder und Mitbegründer der PHYSIOCORE Academy, Inhaber des Unternehmens „Born2Coach Health | Performance | Movement“, Bewegungscoach und Referent im Gesundheitswesen und Athletiktrainer von Hannover 96 NLZ, TSV Hannover Burgdorf (HBL), MT Melsungen (HBL), KSV Hessen Kassel e.V. (4. Liga) sowie Personal Trainer und Rückenschmerz- therapeut; Referent von Artzt; www.artzt-vitality.de
Sascha Seifert | Osteopath, Heilpraktiker, Personal Trainer, Physiotherapeut, Sportphysiotherapeut des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Ausbilder und Mitbegründer der PHYSIOCORE Academy, Therapeutischer Leiter des ambulanten Sportrehabilitationszentrums REHAmed Wilhelmshöhe in Kassel, Geschäftsführer von BEFIT@WORK; Therapeutischer Leiter beim Handballbundesligisten MT Melsungen und Ausbilder für KINESIOlogisches Taping; Referent von Artzt; www.artzt-vitality.de

 


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