Myokine – für Experten

Myokine – für Experten

Warum Sport so gesund macht

Dass Sport gesund macht, ist inzwischen hinreichend bekannt. Die Ursache dafür kennen Wissenschaftler aber erst seit Kurzem. Dr. Moritz Tellmann stellt die Myokine und ihre verblüffenden Auswirkungen auf den Körper vor.

Der Begriff setzt sich zusammen aus Myos (dem Muskel entstammend) und Kine (die Botenstoffe/Mediatoren). Und genau darum handelt es sich: Botenund Signalstoffe aus dem (Skelett-)Muskel. Bis vor noch gar nicht allzu langer Zeit lernte man als Sportwissenschaftler oder Mediziner alles Erdenkliche über die Muskulatur. Da wurden Ansatz und Ursprung gelernt, alle knapp 645 Muskeln mit ihrem Eigennamen gekannt, die Biomechanik verstanden und gelernt, aus welchen Stoffen sich der Muskel seine Energie holt. Doch die wenigsten „Experten“ wussten: Der Muskel ist ein hochendokrine Organ, das eine unzählige Menge an Stoffen bildet, die die verschiedensten Wirkungen auf den Körper haben. Den meisten Menschen dürfte das Laktat und das CO2 am bekanntesten sein. Diese beiden Substrate sind maßgebliche Stoffwechselprodukte des Muskels.

Muskel gibt ca. 400 Stoffe ab

Mittlerweile sind fast 400 Stoffe identifiziert, die der Muskel ins Blut und in das umgebende Gewebe abgibt – nicht nur bei Aktivität, sondern rund um die Uhr. Diese Stoffe sind zum Teil noch gar nicht vollständig erforscht und aufgeschlüsselt, aber dennoch kennt man die Wirkungen einiger der Substanzen sehr gut.
Über eine Tatsache sind sich die Experten einig: Ob Fettstoffwechsel, Herz-Kreislauf-Gesundheit, Körperzusammensetzung, Risikominderung für Depressionen, Demenz, ja sogar bösartige Krebserkrankungen – körperliche Aktivität hat einen signifikant positiven Einfluss auf unseren Gesundheitszustand. Dabei scheinen die Myokine eine besonders tragende Rolle zu spielen und bei der Erklärung der physiologischen Vorgänge beim Gesundheitserhalt durch Sport einen entscheidenden Baustein zu liefern.

Förderung von Zellwachstum und -regeneration

Mittlerweile gut erforscht ist ein wichtiges Myokin (und Zytokin) namens Interleukin-6 (IL-6). Eigentlich von Zellen des Immunsystems gebildet, wird es bei Aktivität in sehr großem Maße auch von der Muskulatur ausgeschüttet. Und zwar in deutlich höheren Konzentrationen, als sie selbst bei Infektionen vorkommen.
Interleukin-6 besitzt viele Wirkungen, die über die Funktion als Immunstimmulator hinausgehen. Die Steigerung der Immunkompetenz durch Aktivierung von Lymphozyten kann im Zusammenspiel mit der verminderten Ausschüttung des Tumornekrosefaktors Alpha (TNF-α) einen Beitrag zur Antikanzerogenese liefern. Einfach gesagt: Interleukin-6 richtet sich möglicherweise gegen ein potenzielles Tumorwachstum. Des Weiteren scheint es auch Einfluss zu nehmen bzw. eine Ko-Interaktion auf die Wachstumsfaktoren IGF-1 und IGF-2 aus der Leber zu zeigen, die ein Zellwachstum sowie die Zellregeneration fördern. Insbesondere in wachstumsaktiven Geweben wie Knochen und Muskulatur hat dies Bedeutung. Auch die Insulinexpression und -bildung sowie die Glucoseaufnahme in die Muskelzelle scheinen unter einer IL-6-Steigerung, wie sie bei Muskelarbeit vorkommt, optimiert zu sein. Somit bieten sich gerade beim gut erforschten IL-6 damit Möglichkeiten, die positiven Wirkungen von Sport besser erklären zu können.

Schon 10–15 Minuten Training wirken

Dass Myokine nicht nur langfristige Wirkungen wie die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Optimierung der Blutfette haben, zeigt sich wohl jedem Sportler, der unmittelbar während oder nach dem Training ein Glücks- oder sogar Rauschgefühl empfindet. So sind vermutlich sowohl das „Runners-“ als auch das „Lifter‘s High“ durch die Ausschüttung von psychotropen Myokinen erklärbar. …

 

Den kompletten Artikel findest du in der neuen TRAINER-Ausgabe

 

 

 

 

Titelfoto: rangizz/Shutterstock.com


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