Musik im Groupfitness – Beats & Melodien zielgerichtet einsetzen

Musik im Groupfitness – Beats & Melodien zielgerichtet einsetzen

Seit Jane Fonda von 30 Jahren ihr erstes Training mit Musik vorstellte, schwören Sportler und Trainer gleichermaßen auf die Kraft von Sounds, Beats und Melodien. Auf was du bei der Auswahl deiner Trainingsmusik achten solltest, erklärt Barbara Spritzendorfer.

Studien zeigen eindeutig: Musik wirkt beim Training leistungsfördernd. Dabei sollten der Takt der Musik und die Bewegungsausführung synchron sein. Eine passende Musik kann motivieren, entspannen oder auch einfach nur unterhalten.

Richtig ausgewählte Bewegungsmuster in den Kursen ermöglichen ein sinnvolles Aneinanderreihen der Übungen innerhalb der Musik. Gut strukturierte und unterrichtete Bewegungsmuster bewegen sich innerhalb der Phrasen bzw. des Musikbogens harmonisch. Eine komplette Abfolge kann dann ohne Unterbrechung des Bewegungsflusses unterrichtet werden. Dies bringt den sogenannten Flow sowie Motivation und Gruppendynamik in unsere Arbeit.

Wie viele BpM?

Passe die Geschwindigkeit der Musik an den Leistungsstand der Teilnehmer, die Art der Bewegungen und das Kursformat an. 160 BpM (Beats per Minute) eignen sich für HIIT-Kurse, während Musik mit weniger als 90 BpM langsamere Einheiten unterstützt.

Finde deinen eigenen Musikstil!

Die Art der Musik prägt deine Stunde. Ich empfehle dir daher: Entscheide dich für die Musikrichtung, die dir persönlich gefällt. Dadurch verkörperst du Authentizität. Fühle deinen „Flow“ und stecke deine Teilnehmer mit deiner Begeisterung und Motivation an. Deine persönliche Musikinterpretation erfordert ein gewisses Maß an Feingefühl und Anpassungsfähigkeit an die Musik. Nur dann ist es möglich, eine noch stärkere Bindung zwischen deinen Teilnehmern und dir zu erreichen.

Musik mit BpM-Angabe

Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, die Groupfitnessmusik produzieren. Bei diesen kannst du online in die Titel reinhören, bevor du sie kaufst. Nimm dir Zeit, um deine persönliche Richtung zu finden. Magst du die Musik, spüren dies deine Kursteilnehmer und du schaffst die beste Grundlage für erfolgreiche Kursstunden!

Musik im 32er Bogen

Meistens wird in Kursen mit dem 32er Bogen gearbeitet. Die Musik dient so als Werkzeug für Choreografien. Choreografien in Dance-, Step- oder Workout-Kursen werden in diesem 32er Bogen unterrichtet.

Takt:
4 Taktschläge

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Phrase:
2 Takte oder 8 Taktschläge

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Musikbogen:
8 Takte oder 4 Phrasen oder 32 Taktschläge

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Bewegungen an Musik anpassen

Es gibt mittlerweile einige Konzepte auf dem Fitnessmarkt, bei denen nicht die Musik an die Bewegungen angepasst wird, sondern die Bewegungen an die Emotionen, die Beats, die Höhepunkte und die Lautstärke der Musik. Diese Herangehensweise ermöglicht es den Teilnehmern besonders gut, den Kopf freizubekommen.

Du kannst die Bewegungen z.B. an den Refrain oder die Strophe anpassen: immer die gleiche Bewegung, wenn der Refrain bzw. die Strophe zu hören ist. Langsame Stellen ohne Beat sind gute Möglichkeiten, um die Bewegungen langsamer werden zu lassen oder sogar eine Halteposition einzufügen.

Unterschiedliche Funktionen von Musik

Ich startete meine Trainerkarriere mit sehr lauter, wilder Musik, oft aus den aktuellen Charts. Auch Dance- und Step-Kurse waren eine große Leidenschaft von mir, z.B. zu Musik von Lindsey Stirling. Bei Functional Training und Rückentraining hingegen setze ich die Musik lediglich im Hintergrund ein. Der Fokus liegt auf den Informationen, die ich meinen Kunden mitgeben möchte.

Nicht zu laut

Zu Stretching-Übungen passt sanfte, leise Musik. Gestik und Mimik des Trainers sollten dann ebenfalls Ruhe ausstrahlen

Wichtig ist auch die Wahl der richtigen Lautstärke. Bei Kursen mit hohem Erklärungsbedarf solltest du die Lautstärke so wählen, dass dich jeder Teilnehmer (auch in der letzten Reihe) noch gut verstehen kann. Bei Power-Kursen darf die Musik etwas lauter sein. Nur bitte achte darauf, dass sich weder die Musik noch deine Stimme (wenn du ein Mikro verwendest) überschlägt. Frage zu Beginn der Stunde, ob die gewählte Lautstärke für alle in Ordnung ist. Als Referent bzw. Presenter vor großem Publikum solltest du schon 15 Minuten vor Beginn im Saal sein, um einen kurzen Soundcheck durchzuführen. Richte deine Aufmerksamkeit nicht nur auf die Bühne bzw. den vorderen Bereich, sondern auch auf den restlichen Raum. Die Akustik verändert sich durch die Anwesenheit von Personen; führe daher unbedingt nochmals einen Check (z.B. durch Rückmeldung von Trainerkollegen) durch!

Sei dynamisch!

Als „Dynamik“ wird die Tonstärke bezeichnet, d.h. die Lautheit. Umgangssprachlich ausgedrückt, gibt es „zarte“ Stellen in der Musik, aber auch „bring outs“. Setze die Dynamikparameter (piano, forte usw.) gekonnt ein und präge auf diese Weise deinen einzigartigen Unterrichtsstil.

 

  • Sanfte/leise Musik: Deine Stimme und Gestik sollte ebenfalls sanft und ruhig sein.
  • Laute/kräftige Musik: Trainerbewegungen, Stimme und Gestik sollten kräftiger, größer und lauter werden.
  • Verbindest du als Trainer eine Emotion mit dem aktuell laufenden Musikstück, darfst du diese in dem Moment gerne zeigen.
  • Auch deine Teilnehmer werden dir ihre Emotionen zu gewissen Songs oder Liedstellen zeigen. Das ist ein gutes und schönes Zeichen des Vertrauens. Nimm es einfach an!
  • Dynamik durch einen Countdown erzeugen: schnell, langsam, von 8 bis 1 oder 4 bis 1. Die Übergänge zwischen den Übungen werden fließend. Der Wechsel zwischen zwei Übungen erfolgt ohne Stopps oder Zwischenschritte. Im Aufbau einer Choreografie ist der Countdown absolut erforderlich. Bei Workout-Kursen kannst du deine Teilnehmer den Countdown mitzählen lassen.

Fazit

Die Arbeit mit Musik ist sehr anspruchsvoll. Es bedarf viel Übung und Geduld, bis du als Trainer deinen persönlichen Stil gefunden hast und Tracks für deine Kursstunden passgenau und sicher auswählen und einsetzen kannst.

 

Barbara Spritzendorfer | Die Autorin ist seit über 15 Jahren in der Fitnessbranche aktiv. Neben Ihrer Tätigkeit als Ausbilde- rin und Presenterin für die IFAA und Transatlantic Fitness und als Dozentin der Akademie für Prä- und Postnatales Training führt sie ihr eigenes Fitnessstudio. www.barbara-spritzendorfer.com; Instagram: @Fitandhealthybarbara, Facebook: /barbara.spritze

 


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