Motivation und Aktivierung im Personal Training

Motivation und Aktivierung im Personal Training

Eine persönliche Trainingsbetreuung ist erfolgversprechend. Gesundheitliche Ziele werden schneller, ökonomischer und nachhaltiger erreicht. Menschen, die das erkennen und sich für eine persönliche Betreuung entscheiden, sollten daher motiviert und nicht enttäuscht werden.

Motivation bezeichnet nach Joseph Ledoux das auf emotionaler und neuronaler Aktivität (Aktivierung) beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Die Gesamtheit der Beweggründe (Motive), die zur Handlungsbereitschaft führen, nennt man Motivation.

Hervorgehoben werden soll hier der Begriff „wünschenswerte Zielobjekte“. Menschen träumen zum Beispiel von einer schlankeren Körperoptik, mehr Muskeln und mehr Leistungsfähigkeit. Doch trotzdem erreichen sie diese Wunschvorstellung nicht. Dennoch sind sie motiviert, denn die Vorstellungen haben sie in sich. Der Wunsch nach Veränderung ist vorhanden. Genügt das? Genügt es, motiviert zu sein? Häufig nicht! Das Problem ist zumeist die Umsetzung und Planung von Vorstellungen in Handlungen.

Die Motivation ist nur eine Triebkraft für ein zielgerichtetes Verhalten. Durch diese Triebkraft ist man bereit zu handeln. Dennoch muss auch die Motivation aktiviert werden und bis zum Erreichen des Zieles oder gar darüber hinaus bestehen bleiben. Wir sprechen hier nun von unserem Durchhaltevermögen und der Willenskraft.

Motivation+Handlungsbereitschaft = gute Umsetzung?

Wenn ein Mensch motiviert und handlungsbereit ist, heißt das nicht gleich, dass er wirklich bereit ist, das umzusetzen. Die Motivation muss hinterfragt werden, das heißt welche Motivation ist in Bezug auf die Wünsche vorherrschend beziehungsweise grundlegend vorhanden? Hier wird die intrinsische und extrinsische Motivation unterschieden.

Der Begriff „intrinsische Motivation“ bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun (weil es einfach Spaß macht, Interessen befriedigt oder eine Herausforderung darstellt). Bei der „extrinsischen Motivation“ steht dagegen der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil (Belohnung) verspricht oder Nachteile (Bestrafung) vermeiden möchte.

Die neuere Motivationsforschung wiederum unterscheidet zwischen zwei intrinsischen und drei extrinsischen Quellen der Motivation: die Fünf Quellen der Motivation.

Extrinsische Quellen

Instrumentelle Motivation (instrumental motivation): Das Verhalten dieser Menschen ist im Wesentlichen geleitet von der Aussicht auf konkrete Vorteile oder Belohnungen von außen (extrinsisch). Beispielsweise möchte der Musiker Geld verdienen, der Verkäufer sieht seine derzeitige Tätigkeit (bzw. die Umsatzsteigerung) als Zwischenschritt auf der Karriereleiter in die Geschäftsführung und der Autor hofft darauf, einen Bestseller zu schreiben oder berühmt zu werden. Diese Quelle der Motivation hat einen starken Bezug zum Machtmotiv.

  • Externes Selbstverständnis (external self concept): Ein Selbstverständnis für gewisse Dinge werden von Idealvorstellungen der Gesellschaft oder vom persönlichen Umfeld geprägt. Beispielsweise übernimmt der Stürmer in einer Mannschaft immer die gleiche Rolle, der Konzertpianisten gilt als wertiges Orchestermitglied und der Manager ist klarer Bestandteil einer Unternehmenskultur. Quelle der Motivation ist das Zugehörigkeitsmotiv.

Im Personal Training heißt das: Kunden möchten dem Trainer genügen, von ihm gelobt werden und Anerkennung erhalten. Ebenso spielen die Anerkennung von Externen (Freunde, Familie & Beruf) und der gesellschaftliche Druck eine Rolle.

  • Internalisierung von Zielen (goal internalization): Die Personen dieser Gruppe machen sich Ziele anderer zu eigen. Der Manager möchte beispielsweise einen Beitrag zur Verwirklichung der Mission des Unternehmens leisten; der Verkäufer strengt sich an, weil er der Überzeugung ist, dass der Vertrieb die wichtigste Funktion im Unternehmen ist, ohne die das Unternehmen am Markt nicht überleben kann. Hier ist eine Kombination aus Zugehörigkeits- und Leistungsmotiven im Spiel.

Im Personal Training würde das bedeuten, dass sich der Kunde an den Vorgaben und auch Zielen des Personal Trainers orientiert. Denn dieser hat natürlich das gleiche Ziel wie der Kunde. Er möchte die Wunschvorstellung mit ihm erreichen, denn dafür wird er schließlich auch bezahlt.

Doch führen diese extrinsischen Motivationsformen nachhaltig zu Durchhaltevermögen und Willensstärke?

Intrinsische Quellen

  • Interne Prozessmotivation (intrinsic process): Das besondere Merkmal dieser Motivation besteht darin, dass jemand eine Aufgabe um ihrer selbst willen bewältigt. Beispiel: Ein Musiker spielt mit Begeisterung Gitarre, ein Sportler übt seinen Sport mit Leidenschaft aus oder ein Verkäufer führt engagierte Gespräche mit Kunden, einfach weil es ihnen Spaß macht. Sie denken nicht lange darüber nach, warum sie das machen und welche Vorteile oder Belohnungen sie dafür bekommen.
  • Internes Selbstverständnis (internal self concept): Das Verhalten und die Werte dieser Personengruppe orientieren sich an internen Standards und Maßstäben. Die Leitlinie ihres Handelns haben sie unbewusst verinnerlicht. Bei dieser Quelle der Motivation ist das Leistungsmotiv besonders stark angeregt. Aber auch Erziehung und Wertevermittlung in der Kindheit und Jugend spielen hier eine Rolle.

Durchhaltevermögen rauskitzeln

Im Personal Training ist es nun das Ziel, die interne Prozessmotivation bei Kunden zu aktivieren, denn dies ist die Quelle für Durchhaltevermögen. Ziele und Verhaltensweisen sollten klar definiert werden.

Energiespendende Verhaltensweisen:

  • Aufmerksamkeit auf klare Ziele lenken,
  • seine Werte leben,
  • sich auf das Wesentliche konzentrieren,
  • sich in gute Stimmung versetzen,
  • auf Unvorhergesehenes vorbereitet sein,
  • Sinn der eigenen Arbeit erkennen.

Energieverbrauchende Verhaltensweisen:

  • sich verzetteln, viele Dinge anfangen,
  • nicht wissen, was man will,
  • sich als Opfer fühlen,
  • in der Vergangenheit leben,
  • falsche Vorbilder haben,
  • über Belastungen zu lange grübeln,
  • auf Lob und Anerkennung warten.

(Quelle: Institut für Management Organisation,Prof. Dr. Waldemar Pelz)

Wenn man es als Personal Trainer also schafft, aus den Wünschen und Träumen der Kunden handfeste Ziele gemeinsam zu erarbeiten, dann bauen sich im Laufe des Trainings die richtigen Werte und energiespendenden Verhaltensweisen fast von alleine auf.

Der Autor

Florian Münch, seit zehn Jahren erfolgreicher Personal Trainer, Buchautor und Dozent. Er ist Gründer der SPORTLEREI AKADEMIE, einer privaten Ausbildungsakademie, die sich auf die professionelle Ausbildung von Personal Trainern und Athletik Trainern spezialisiert hat und dabei ausschließlich staatlich zugelassene Aus- und Weiterbildungen anbietet. Persönlich fährt er erfolgreich national und international MTB-Downhill-Rennen.

www.sportlerei-akademie.de

Foto: Mimagephotography/shutterstock.com


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