Eine Win-win-Situation

Kooperationspartner für Personal Trainer

Die Anzahl an Personal Trainern steigt. Sich von der breiten Masse abzuheben und gleichzeitig den Trainierenden eine bestmögliche Rundumversorgung zu gewährleisten – das ist das Ziel der PTs. Inwieweit das durch Kooperationen gelingen kann, weiß Personal Training-Experte Eginhard Kieß.

Sind Kooperationspartner für Personal Trainer wichtig? Die Antwort lautet ja, da zu einem professionellen Personal Training auch ein exzellenter Service gehört. Denn ob es der Herzfrequenzmesser mit Speicherfunktion, der Geräteanbieter für einen privaten Fitnessraum des Klienten oder der Kooperationsarzt im Bereich Orthopädie ist – sie alle bereichern die Dienstleistung Personal Training auf unterschiedliche Art und Weise.

Lohnende Kooperation – aus Sicht des Klienten

Klienten können von einer Vielzahl an Kooperationen ihres Personal Trainers profitieren, die in unterschiedlichen Bereichen tätig sind:

Zusammenarbeit mit Ärzten

Stellt euch die folgende Situation vor: Euer Klient erzählt beim Gesundheitscheck von seinem Bluthochdruck, seinen latenten Rückenbeschwerden und dass er gerne zehn Kilo abnehmen würde. Natürlich ist es sein Wunsch, all diese Ziele so schnell wie möglich mit Hilfe seines Personal Trainers zu erreichen. Doch dann zeigt sich im Eingangscheck, dass weitere potenzielle Risikofaktoren hinzukommen. Die letzte Vorsorgeuntersuchung, so erfahrt ihr, liegt bereits über zehn Jahre zurück und die derzeitige Situation am Arbeitsplatz des Klienten ist nach eigenen Aussagen stressiger denn je zuvor.
Ein medizinischer Check ist in diesem Fall empfehlenswert. Die Erfahrungen zeigen, dass Klienten sehr dankbar für Arztempfehlungen sind. Es kommt häufig vor, dass sie gleich mehrere Spezialisten (unter anderem Orthopäde, Neurologe, Kardiologe, Dermatologe) aufsuchen müssen. Hier bietet es sich an, sogenannte Check-up-Institute zu empfehlen. Diese haben sich auf ganzheitliche Vorsorgeuntersuchungen spezialisiert und bieten an einem Tag bzw. eineinhalb Tagen Untersuchungen in allen Bereichen an.
Personal Trainer sollten im Verlauf ihrer Tätigkeit die Kooperation mit einem ganzen Ärzteteam anstreben, das seine Klienten ganzheitlich betrachten und betreuen kann. Das Wichtigste dabei ist, die Umgangsformen abzuklären. Das heißt, dass ihr euch mit den Ärzten darauf verständigen solltet, dass eure Klienten schnellstmöglich einen Termin bekommen, nicht warten müssen und ihr als Personal Trainer bereits während der Untersuchung erfahrt bzw. nach der Untersuchung angerufen werdet, was es zukünftig im Training zu beachten gilt. Ebenso ist es selbstverständlich, dass der Kooperationsarzt bereits im Vorfeld eure Anamnese des Kunden, nachdem dieser eingewilligt hat, erhält. So ist sichergestellt, dass der Kunde/Patient ganzheitlich betreut wird. Die medizinische Kooperation ist sicherlich sehr speziell, aber absolut empfehlenswert. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit einem Team, zu dem z.B. Osteopathen sowie Manual- und PNI-Therapeuten zählen.

Zusammenarbeit mit Fachgeschäften

Eine andere Art der Kooperation ist die mit diversen Sportfachgeschäften, wie beispielsweise Sportgeschäften, Bikeshops oder Skiausstattern. So haben Personal Trainer die Möglichkeit, die Laufbekleidung und die Laufschuhe für ihre Klienten zu besorgen oder mit ihnen die nächste Skitour inklusive Equipmenteinkauf zu planen. All dies sind Zusatzdienstleistungen, die jeder Personal Trainer anbieten sollte, um die Zufriedenheit der Klienten zu verstärken.

Zusammenarbeit mit Geräteherstellern

Eine weitere Bereicherung für Personal Trainer stellt zweifellos die Partnerschaft mit Geräteherstellern dar. Diese Form der Zusammenarbeit ist vor allen Dingen dann hilfreich, wenn es um die Einrichtung eines eigenen Personal Trainer- Studios geht oder wenn Klienten sich gerne privat einen Fitnessraum einrichten möchten.

Zusammenarbeit mit Hotels

Als vorteilhaft hat es sich zudem erwiesen, mit mehreren Hotels im europäischen Raum zusammenzuarbeiten. Ob Mallorca, Alpen oder Warnemünde – die Klienten sind in der Regel stets dankbar für Empfehlungen von Wellness- oder Ski-Hotels. Ein weiterer Vorteil ist, dass Personal Trainer Trainingslager mit ihren Klienten besser planen und durchführen können, wenn sie die Hotels bereits vorher kennengelernt haben. Dieser zusätzliche Service kann ebenfalls zur Zufriedenheit und langfristigen Bindung der Klienten beitragen.

Lohnende Kooperation – aus Sicht des Trainers

Die beschriebenen Kooperationen bieten nicht nur den Klienten Vorteile, sondern selbstverständlich auch den Personal Trainern. Der Besitzer des Sportgeschäfts zum Beispiel, in das ihr immer mit euren Klienten geht, um sie passend einzukleiden und Laufschuhe zu kaufen, weiß mit Sicherheit eure Loyalität zu schätzen und bietet euch seine Trainingsbekleidung zu Vorzugskonditionen an. Somit ergibt sich also eine lohnende Win-win-Situation für beide Seiten.
Aber auch weitere strategische Partnerschaften sind für Personal Trainerinteressant. Dazu zählen Anbieter von Badminton-, Tennis- und Golfplätzen, Fitnessstudios oder Hotelstudios, Versicherungen, Steuerberater, Anwälte und ebenso Ärzte und Therapeuten, denn es geht nicht nur um die perfekte medizinische Betreuung der Klienten, sondern auch um eure eigene Person.
Ein guter Versicherungspartner ist aus rein existenziellen Gründen notwendig, denn eine Absicherung bei einem Unfall in puncto Berufsunfähigkeit und im Bereich Altersvorsorge schafft eine stabile Grundlage. Wichtig ist auch, dass sich der Steuerberater im Bereich Personal Training auskennt. Aufgrund der bisher immer noch unklaren Rechtslage ist hier Spezialwissen gefragt.
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die wohl lohnenswertesten Kooperationen die mit den Kollegen sind. Leider sehen sich viele Personal Trainer immer noch viel zu sehr als Konkurrenten, so dass diese Form der Zusammenarbeit nicht alltäglich ist. Kollegen können in vielen Dingen eine Bereicherung sein. Durch die Hospitation bei einem Kollegen erhaltet ihr z.B. viele neue Übungsideen, ihr könnt euer Trainingsangebot erweitern, indem ihr von den Kompetenzen eines Kollegen profitiert. Zudem können euch andere Personal Trainer bei der Umsetzung größerer Firmenaufträge, die sowohl von der Manpower als auch vom Angebot alleine nicht zu bewältigen sind, behilflich sein. Die Vorteile, die durch die Kooperation mit anderen Personal Trainern entstehen, reichen von Fortbildungsempfehlungen bis hin zur Klientenvermittlung.

Lohnende Kooperation – aus Sicht des Partners

Jeder potenzielle Kooperationspartner sollte an der Zusammenarbeit mit einem Personal Trainer sehr interessiert sein. PTs sind die perfekten Opinionleader, was Produkte wie z.B. Trainingsbekleidung angeht. Die Klamotten, die Personal Trainer tragen, möchten in der Regel auch ihre Klienten kaufen. Auch wenn es um die Ausstattung des Fitnessraumes geht, kommen die Klienten auf die Trainer zu, die diese dann an die Kooperationspartner verweisen können.
Egal ob Fitnessstudio, Sportfachgeschäft, Arzt, Therapeut, Hotel oder Equipmenthersteller – alle profitieren sehr von einer Zusammenarbeit mit einem Personal Trainer. Vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es für jeden ein willkommenes Zusatzgeschäft, wenn ein Personal Trainer für mehr Umsatz sorgt. Personal Trainer sollten sich daher nicht als Bittsteller, sondern als Ergänzung für das Business der potenziellen Partner sehen. Kooperationspartner von Personal Trainern setzen meist durch deren Klienten nicht unerhebliche Summen um und sind stets sehr dankbar dafür. Dieses Teamwork sollte stets seriös, zuverlässig, schnell und unkompliziert funktionieren. Sinnvoll ist es, im Vorfeld mit den Partnern klare Absprachen zu treffen. Zugegeben: Es ist nicht immer einfach, solche Kooperationen aufzubauen. Aber diese Initiative lohnt sich.

Fazit

Kooperationen müssen für alle Seiten eine Win-win-Situation darstellen. Dabei sollte nicht das große Geldverdienen im Mittelpunkt stehen. Vielmehr geht es darum, einen exzellenten Service anzubieten. Das schafft Klientenzufriedenheit und damit langfristige Klientenbindung.

Sinnvolle Kooperationen

Ein Personal Trainer sollte über ein breit aufgestelltes Netzwerk verfügen, um seine Arbeit langfristig mit Spaß, Freude und Erfolg auszuüben. Folgende Kooperationen sind sowohl aus Sicht der Klienten als auch aus Sicht des Personal Trainers sehr sinnvoll:

  • Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen 
  • Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen 
  • Fachgeschäfte mit Trainingsbekleidung und -equipment m Gerätehersteller
  • Hotels/Hotelstudios
  • Fitnessstudios
  • Versicherungen, Steuerberater und Anwalt
  • Spezialisten im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Personal Trainer

Eginhard Kieß ist Geschäftsführer des PREMIUM PERSPNAL TRAINER CLUBS und arbeitet seit 1997 als Personal Trainer. www.premium-personal-trainer.com