Kunden optimal korrigieren – Herausforderung für Groupfitnesstrainer

Kunden optimal korrigieren – Herausforderung für Groupfitnesstrainer

Groupfitness boomt. Doch aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen kann es vorkommen, dass Teilnehmer Übungen nicht korrekt ausführen. Wie du Fehler bei deinen Kunden korrigieren kannst, ohne sie zu demotivieren, erklärt Barbara Spritzendorffer.

Jeder Groupfitnesstrainer muss seinen eigenen persönlichen Weg finden, wie er seinen Kunden einen möglichst hohen Nutzen bieten kann. Dieser Nutzen wird durch die Qualität der Übungen stark beeinflusst: Je genauer und korrekter die Übungen ausgeführt werden, desto mehr profitiert der Teilnehmer. Das Gleichgewicht zwischen den Zielen „Motivation & Spaß“ und „Exaktheit der Übungsausführung“ sowie das Schaffen von Erfolgserlebnissen bei den Kunden gehören zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für Groupfitnesseinheiten. Jeder Groupfitnesstrainer muss seinen eigenen persönlichen Weg finden, wie er seinen Kunden einen möglichst hohen Nutzen bieten kann. Dieser Nutzen wird durch die Qualität der Übungen stark beeinflusst: Je genauer und korrekter die Übungen ausgeführt werden, desto mehr profitiert der Teilnehmer. Das Gleichgewicht zwischen den Zielen „Motivation & Spaß“ und „Exaktheit der Übungsausführung“ sowie das Schaffen von Erfolgserlebnissen bei den Kunden gehören zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für Groupfitnesseinheiten.

Eingriff in den persönlichen Radius

Die Korrektur von Übungen ist eine sehr sensible Angelegenheit, da man dadurch in den persönlichen Radius jedes Einzelnen eingreift. Natürlich musst du auch akzeptieren, wenn ein Teilnehmer nicht korrigiert werden oder „seine Ruhe“ haben möchte. Folgende Verhaltensweisen zeigen dir dies sofort:

  • Der Teilnehmer vermeidet Augenkontakt mit dir,
  • er scheint ängstlich zu werden, sobald du in seine Nähe kommst,
  • er wendet seinen Körper ab und/oder
  • er strahlt Nervosität aus.

Diese Signale bedeuten aber nicht, dass du diese Teilnehmer nicht korrigieren solltest, aber du solltest definitiv mehr Vorsicht walten lassen Eventuell ist der Teilnehmer auch einfach in einer schlechten Tagesverfassung, sodass eine Korrektur in der nächsten Einheit erfolgversprechender ist.

Blickkontakt als Basis

Vor Kurzem habe ich von einer langjährigen Kundin gehört, dass sie meine Kurse so gern mag, weil sie immer das Gefühl hat, gesehen zu werden. Ich versuche während der gesamten Dauer meiner Kurse, mit allen Teilnehmern Augenkontakt zu halten. Sie bekommen dadurch eine Aufmerksamkeit, die ihnen das Gefühl gibt, „gesehen“ zu werden und umsorgt zu sein. Dies ist übrigens auch möglich, wenn du Kurse mit über 30 Teilnehmern hast!

falsche Korrektur am Kunden

FALSCH!
Don‘t: Korrektur der Hüftposition in der Plank-Position. Die Hände sind am Bauch und nicht an der Hüfte!

richtige Korrektur am Kunden

RICHTIG!
Der Trainer berührt den Teilnehmer an der Hüfte und achtet dabei selbst auf sich und seine Haltung.

Vier Stufen beim Korrigieren

Es gibt viele Formen der Korrektur. Wichtig ist, dass du deinen eigenen Weg findest. Bleibe authentisch und tue nur das, wobei du dich wohlfühlst. Als Orientierung habe ich folgende Abfolge für das Korrigieren entwickelt:

1.Die verbale Korrektur. Du nimmst Fehler deiner Teilnehmer wahr und korrigierst sie in Form einer positiven Formulierung, ohne den betroffenen Kunden anzusehen. Beispiel: „Zieht die Schultern Richtung Boden!“ Negative Formulierungen wie „Schultern nicht hochziehen!“ solltest du vermeiden. Durch die allgemeine verbale Berichtigung hoffen wir, dass der Großteil der Teilnehmer die Botschaft gehört und verstanden hat. Doch das Ganze ist natürlich komplexer: Zahlreiche Parameter wie Körperbau, Fehlstellungen, mangelndes Körper- oder Taktgefühl usw. können Teilnehmer davon abhalten, die Übungen korrekt auszuführen.

2. Sollte eine weitere Verbesserung nötig sein, sollte jetzt eine visuell unterstützte verbale Korrektur folgen, d.h., du korrigierst noch einmal verbal und stellst dabei unauffällig Blickkontakt zu dem entsprechenden Teilnehmer her.

3. Bringt dich auch dies nicht zum Ziel, dann kannst du eine Kombination von verbaler/visueller Korrektur und Veränderung deines Standortes einsetzen: Du stellst dich neben den Kunden und versuchst noch einmal, ihn zu korrigieren.

4. Sollte sich nach den ersten drei Schritten noch immer nichts verändert haben, ist jetzt eine taktile Korrektur anzuraten. Hierbei ist es wichtig, dass du dich dem Teilnehmer immer sichtbar näherst. Stelle dich neben ihn und berühre ihn nicht zu zaghaft mit den Fingerspitzen oder der ganzen Hand. Versetze dich in seine Lage und überlege dir, wie du gerne korrigiert  werden möchtest.

Richtig taktil korrigieren

Bei der taktilen Korrektur sind folgende Punkte wichtig:

  • Was ist mein Ziel?
  • Wie korrigiere ich? (Mit den Fingerspitzen, der gesamten Hand.)
  • Wie ist meine Position als Trainer? Wo korrigiere ich? Wo berühre ich den Teilnehmer? Wäre das für mich selbst okay?
  • Trainern mit wenig Erfahrung würde ich empfehlen, das taktile Korrigieren zunächst mit Freunden/Bekannten (weiblich und männlich) auszuprobieren und sich ein Feedback geben zu lassen.

Diesen Artikel findest du im Trainer 4/2017, geschrieben von:

Barbara Spritzendorfer | Die Autorin ist seit 15 Jahren in der Fitnessbranche aktiv. Neben Ihrer Tätigkeit als Ausbilderin und Presenterin für die IFAA und Transatlantic Fitness und als Dozentin der Akademie für Prä- und Postnatales Training führt sie ihr eigenes Fitness Studio. www.barbara-spritzendorfer.com; Instagram: Fitandhealthybarbara, Facebook: /barbara.spritze

 

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