Krafttraining bei Typ-2-Diabetes

Ein gut trainierter Skelettmuskel verbessert aufgrund seiner besonderen metabolischen und strukturellen Anpassungsfähigkeit den Glukoseund Fettstoffwechsel und die Insulinwirkung an den insulinresistenten Körperzellen bei Typ-2-Diabetikern. Aufgrund dieser Effekte profitieren Betroffene deutlich von einem Krafttraining.

Rund 6,5 Millionen Menschen
in Deutschland sind von Diabetes mellitus betroffen. Davon sind zwischen 90 und 95 Prozent an einem Typ-2-Diabetes erkrankt, dessen Krankheitsursache neben einer genetischen Disposition auf die Risikofaktoren Bewegungsmangel und Fehlernährung zurückzuführen ist. Weltweit wird die Anzahl der Diabetiker derzeit auf 429 Millionen geschätzt (IDF, 2017). Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindungen, Nervenschädigungen, Beinamputationen und Nierenversagen sind die Folgeerkrankungen des Typ-2-Diabetes.

Krankheitsursache Insulinresistenz
Die Insulinresistenz ist gekennzeichnet durch eine herabgesetzte Insulinwirkung, wodurch der Zucker (Glukose) schlechter in unsere Körperzellen gelangen kann. Diese schlechtere Insulinwirkung versetzt die Bauchspeicheldrüse in dem langjährigen Krankheitsverlauf aufgrund der erhöhten Blutzuckerwerte unter eine Art Dauerstress, sodass die Bauchspeicheldrüse ständig Insulin produzieren muss. Dies führt langfristig zur Erschöpfung der insulinproduzierenden Zellen und schließlich zur Manifestation des insulinpflichtigen Typ-2-Diabetes. Dabei ist zu beobachten, dass 90 Prozent aller Diabetiker übergewichtig und adipös sind, da der pathologische Fett-stoffwechsel der Fettzellen in die intrazellulären Prozesse des Glukosestoffwechsels und bei der Ausbildung einer Insulin-resistenz aktiv eingreift.

„Medikament“ Krafttraining
Das Krafttraining nimmt in der diabetischen Sporttherapie eine Schlüsselposition ein, da es einerseits der altersbedingten Muskelmassenabnahme entgegenwirkt und anderseits durch die Reduzierung der Fettmasse und gleichzeitige Zunahme der Muskelmasse den Fett- und Glukose-stoffwechsel nachhaltig hinsichtlich einer verbesserten Insulinresistenz positiv beeinflussen kann. Bei Typ-2-Diabetikern ist sowohl die Insulinwirkung als auch die nachfolgende Aktivierung der Glukosetransporter reduziert, in Folge dessen der Blutzuckerspiegel ansteigt. Dies lässt sich durch ein Krafttraining entscheidend verbessern, da sich bei einer krafttrainingsbedingten Muskelmassenzunahme eine Erhöhung der Insulinrezeptoren- und Glukosetrans-porterdichte in der Muskulatur feststellen lässt und gleichzeitig auch die Insulinwirkung wieder verbessert wird.

Unterzuckerung vermeiden
Vor dem Training muss der aktuelle Blutzuckerspiegel der Typ-2-Diabetiker bekannt sein, weil das Krafttraining zu einer erhöhten Glukoseaufnahme in die Muskelzellen führt und dies bei schlecht eingestellten Patienten lebensbedrohliche Konsequenzen hinsichtlich einer Unterund Überzuckerung haben kann. Bei insulinpflichtigen und medikamentös eingestellten Typ-1- und Typ-2-Diabetikern besteht eine große Gefahr der Unterzuckerung. Dies kann verhindert werden, indem Blutzuckermessungen vor, während und nach dem Krafttraining durchgeführt werden. Dabei ist die trai-ningsbedingte Blutzuckerabnahme abhängig vom Trainingszustand des Diabetikers und der Trainingsart, der Intensität und der Dauer der Belastung. Je ungewohnter und intensiver das Training ist, umso stärker ist der Blutzuckerabfall. Zudem sollten besonders Trainingseinsteiger auch Stunden nach dem Training ihren Blutzu-ckerspiegel messen, um aufgrund der Auffüllung der Glykogenspeicher nächtliche Unterzuckerungen zu vermeiden.
Bei Blutzuckerwerten über 250 mg/dl muss ein Ketontest durchgeführt werden. Sollte dieser Test positiv ausfallen, darf kein Krafttraining ausgeübt werden, da eine Insulinmangelsituation vorliegt. Hier muss direkt Insulin verabreicht werden.

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