Fortbildungen im Check: TRX Yoga

Fortbildungen im Check: TRX Yoga

Bei einer Vorführung auf der diesjährigen FIBO waren mir die harmonisch-fließenden und dennoch kraftvollen Bewegungen einer Gruppe Trainierender an Slings aufgefallen. Das Trainingskonzept hat es wirklich in sich, wie ich nun selbst feststellen konnte …

Frühmorgens an einem Sonntag treffen nach und nach 15 Teilnehmer im „Romeo & Julia“-Studio in Frankfurt ein; darunter Yogalehrerinnen, Sport- bzw. Physiotherapeuten, Trainer aus dem Bereich Slingtraining und Referentin Vero Claerebout, die das TRX-Yoga-Konzept von dessen Entwickler Tobi Conrad gelernt hat.

Sechs Ausgangspositionen als Grundlage

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Einführung in die Yogaphilosophie geht es gleich in die Praxis. Wir proben zunächst das Verstellen der Slings in die unterschiedlichen Längen und nehmen nach und nach die sechs verschiedenen Ausgangspositionen ein: Aufrecht-unter-Griff, Einbein-Lunge-Position, Unter-dem-Ankerpunkt, Stehend mit Blick zum Ankerpunkt, Bauchlage und Hängend/Liegend im TRX. Besonders der Einbein-Lunge mit dem hinteren Fuß in der Schlaufe entpuppt sich als koordinativ ganz schön anspruchsvoll: Auch die Beine von gut trainieten Teilnehmern kommen dabei schon mal ins Zittern, und Referentin Vero hat einiges zu korrigieren.



Anleiten nach NAPSMR

Bei einer kurzen Verschnaufpause für die Muskeln erklärt Vero das NAPSMR-Prinzip. Dieses steht für Name der Übung, Adjustment (Längeneinstellung der Slings), Position (Position des Körpers zum Ankerpunkt), Start (Ausgangsstellung), Movement (Bewegungsanleitung in die Haltung bzw. durch den Flow) und Return (Anleitung zurück in die Ausgangsposition bzw. den Übergang). Durch diese wiederkehrenden Begriffe sollen die Teilnehmer die  Anweisungen des Trainers besser umsetzen können.

Fascial Flow

Gleich folgt auch schon die erste Übungssequenz. Bei einem Fascial Flow dehnen wir an den Slings die vordere und hintere Kette und führen – für meinen verspannten Rücken sehr wohltuende – Rotationen aus. Im Anschluss geht es an den „Sonnengruß“. Dieser unterscheidet sich von der klassischen Yogavariante, ist aber ein angenehm-geschmeidiger Bewegungsfluss aus vier unterschiedlichen Positionen, der den ganzen Körper mobilisiert und stabilisiert.

Herausfordernde Asanas

Als Nächstes folgt eine ganze Masterclass aus Asanas. Akrobatisch geht es beispielsweise zu beim „Dancer“: Hier werden in der Einbein-Lunge-Position die Slings hinter dem Kopf gegriffen und nach oben gezogen; gleichzeitig schiebt der hintere Fuß nach oben – hier kommen auch die austrainierten Slings-Spezialisten zwischendrin ins Straucheln. Es folgen – kaum weniger anstrengend – Triangle, Split, Dynamic Warrior und Crow.

Nach acht Stunden Workshop posieren die Teilnehmer etwas erschöpft, aber sehr zufrieden für das Gruppenbild. Fotos: Jennifer Josl

Nach acht Stunden Workshop posieren die Teilnehmer etwas
erschöpft, aber sehr zufrieden für das Gruppenbild. Fotos: Jennifer Josl

Entspannende Dehnpositionen

Zum Glück kommen auch immer wieder weniger kraftraubende Asanas wie das „Kamel“, bei denen wir uns kniend rückwärts mit dem Rücken in die zusammengebundenen Slings legen und die angenehme Dehnung der vorderen Kette genießen. Bei der Abschlussentspannung halten wir dann den „Hinabschauenden Hund“ (aus dem Yoga) mit der Hüfte in den Slings für mehrere Atemzüge, untermalt mit einer ruhigen Hintergrundmusik – eine schöne und einfache Art zu entspannen.

Fazit

Der Schwerpunkt der Fortbildung liegt klar auf der Praxis. Die Bewegungen und Flows machen richtig Spaß und durch die Kombination aus Mobilisierung, Kräftigung und Koordination tun sie meinem durch das viele Sitzen am Schreibtisch nicht gerade sehr flexiblen Rücken sehr gut. Die Referentin korrigierte die Teilnehmer intensiv, sodass auch weniger in Yoga- bzw. Slingtraining geübte Teilnehmer die Asanas gut erlernen konnten. Durch das Ausführen der zahlreichen Sequenzen (die alle auch in dem umfangreichen Skript aufgeführt sind) konnte ich viele konkrete Stundenbilder und Ideen für die Praxis als Trainerin mitnehmen.

Die Inhalte auf einen Blick

  • Handhabung und Montage des Suspension Trainers
  • Einführung in die Themen „Mobility“, „Faszien“, „Yoga“
  • Yogaabfolgen, Flow-Sequenz
  • Yogapositionen mit dem Suspension Trainer
  • Ausarbeiten von Übungsabfolgen und Stundenkonzepten
  • Ausführen von kompletten TRX-Yoga-Einheiten

TRX Yoga

  • Umfang: Tagesworkshop (8 Stunden)
  • Kosten: 199 Euro
  • Orte: Deutschland, Österreich, Luxemburg
  • Zielgruppe: Personal- und Fitnesstrainer, Therapeuten, Yogalehrer
  • Voraussetzung: Übungsleiterschein, Fitnesstrainer-B-Lizenz oder ausgebildeter Therapeut/Yogalehrer
  • Anbieter: www.transatlantic-fitness.com

 

Geschrieben von: Jennifer Josl

 

 


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