Fortbildungen im Check: Redcord Active

Fortbildungen im Check: Redcord Active

Schlingentraining hat sich längst als eigenständige Trainingsform in der Fitnessszene etabliert. Im Zusammenhang mit dem wichtigen Thema „Neuroathletik“ wurde ich neugierig auf die viertägige Fortbildung von Redcord, einem norwegischen Anbieter von speziellen Schlingentrainern.

Eine mit sieben Teilnehmern sehr übersichtliche Gruppe versammelte sich an einem Donnerstagmorgen in der „YOU“-PT-Lounge von Marcel Doll in Offenburg. Außer mir und einer Yogatrainerin stellten sich alle Teilnehmer als Physiotherapeuten mit langjähriger Berufserfahrung vor. Der Referent – und TRAINER-Autor – Marcel Doll begann mit einer kurzen Einführung in die Besonderheiten des Redcord-Schlingentrainers und das Ausbildungskonzept der norwegischen Firma.

Gleich danach ging es in die Praxis und jeder Teilnehmer durfte die Einstellung der Schlingen üben und einmal mithilfe der Schlingen zur Decke hochklettern, um ein Gefühl für das Gerät zu bekommen, das sich in einigen Punkten doch deutlich von den herkömmlichen Schlingentrainern unterscheidet. Es folgte ein Input über die Progressionsmöglichkeiten beim Training an den Schlingen. Der Schwierigkeitsgrad der Übungen lässt sich durch das Verkleinern bzw. Vergrößern des Abstandes zum Ankerpunkt, unterschiedliche Positionierungen der Arm-/Beinschlingen, die Hinzunahme von instabilem Untergrund und Varianten in der Ausführung stark verändern, wovon wir uns praktisch überzeugen konnten.

Redcord Movement Screen

Am dritten und vierten Tag ging es um die Beurteilung von funktionellen Bewegungsmustern mit dem Redcord Movement Screen sowie um das Aufspüren von Schwachstellen in den einzelnen kinetischen Ketten, sogenannte Weak Links. Die myofaszialen Ketten bilden auch hier die Basis. Mit dem Redcord Movement Screen werden mehrere fundamentale Bewegungen überprüft – von der zervikalen Flexion bis hin zu einer komplexen Bewegung wie dem Overhead Squat. Muss ein Muster als nicht korrekt ausgeführt bewertet werden, wird dieses genauer unter die Lupe genommen. Hierbei geht es um die Frage, ob sich durch die Aktivierung einer myofaszialen Kette das Muster funktionell verbessern lässt. Wir überprüften gegenseitig u.a. die Schulterabduktion. Wurde diese als nicht funktionell bewertet (keine 180° in der Frontalebene oder ein Auftreten von kompensatorischen Bewegungen), wurde dieses Muster mit der zusätzlichen Aktivierung einer myofaszialen Kette getestet. Durch das gleichzeitige Zusammendrücken eines Balls zwischen den Knien konnte die Schulterabduktion meist sichtbar funktionell verbessert werden. In diesem Fall wäre dies ein erstes Indiz für einen Weak Link der tiefen Frontallinie.

Kinetic Chain Test

Nach dem Abschluss des Screens folgte der Kinetic Chain Test. Mit diesem Test in den Schlingen werden die kinetischen Ketten qualitativ und quantitativ überprüft. Jetzt wurde anhand der Schulterabduktion die tiefe Frontallinie in den Schlingen überprüft. Kann auch hier die Übung in der ersten Stufe nicht korrekt ausgeführt werden, deutet dies auf einen Weak Link in dieser Kette hin. Auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Screening und der Kettentestung in den Schlingen vermittelte der Referent dann Strategien zur Auswahl passender Corrective Exercises. Die Testübung stelle hier oft bereits die Corrective Exercise dar, sodass aus dem Testen direkt in die Korrektur in den Schlingen übergegangen werden konnte. Eine Korrektur beim Beispiel „Schulterabduktion“ wäre so die Adduction Plank in den Schlingen (Seitlage mit dem oberen Bein in der Schlinge). Mit dem darauffolgenden Re-Test kontrollierten wir dann direkt, ob die gewählte Übung eine funktionelle Verbesserung bewirkt hatte.

Viel Input in Theorie und Praxis

Referent Marcel Doll (vorne in der Mitte) umrahmt von der zum Großteil aus Physiotherapeuten bestehenden Gruppe

In den vier Tagen konnte ich sehr viel lernen – in Anatomie genauso wie in Trainingslehre und -praxis. Durch die kleine Gruppe konnte jeder Teilnehmer alle Übungen auch selbst ausprobieren. Das fundierte Feedback sowohl vonMarcel Doll als auch von den sehr fachkundigen Teilnehmern hat mir sehr weitergeholfen. Sehr gut hat mir auch gefallen, dass der Referent ausführlich und sehr kompetent auf Fragen einging. Vor allem ambitionierten Trainern mit etwas therapeutischem Hintergrundwissen kann ich diese Fortbildung absolut empfehlen.

DIE INHALTE AUF EINEN BLICK

 

  • Eigenschaften des Schlingentrainings
  • Übungskatalog für alle myofaszialen Ketten
  • Neuromuskuläres Training in Theorie und Praxis
  • Belastungsprinzipien zur präzisen und progressiven Intensitätsanpassung
  • Rotationsund Antirotationsübungen mit dem „Redcord Axis”
  • Training der Mobilisatoren und Stabilisatoren
  • Aufspüren von Weak Links mit Kinetic Chain Testing
  • Beurteilung funktioneller Bewegungsmuster mit dem „Redcord Movement Screen”

 

DAS LEHRGANGSKONZEPT

Umfang: Vier Tage à 8 Stunden Kosten: 476 Euro
Orte: Offenburg und Hamburg. Auf Anfrage auch als Inhouseschulung buchbar
Zielgruppe: Athletikund Personal Trainer, Sportwissenschaftler, Physiotherapeuten und Ärzte
Voraussetzung: Abgeschlossene Ausbildung in einem der oben genannten Bereiche
Anbieter: Redcord GmbH, www.redcord.de

 


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