Fahrrad fahren kann jeder – nutze das aus!

Fahrrad fahren kann jeder – nutze das aus!

Indoor Cycling als Einstieg ins Ausdauertraining

Indoor Cycling ist eines der vielseitigsten und konstantesten Kursformate zugleich: Trainierende können Widerstände und Positionen variieren, während sie dennoch im Ausdauertraining auf ein und demselben Gerät bleiben. Einsteiger können nur wenig falsch machen. Wieso? Es handelt sich um ein betreutes Programm, das von der Gruppendynamik lebt, und dank guter Betreuung sind Trainierende in besten Händen.

Aus dem Cycling-Raum dröhnt laute Musik. Der wummernde Bass wird immer wieder durch die Ansagen der Kursleiterin unterbrochen: „Kommt aus dem Sattel, das ist der dritte Berg, unsere letzte Belastungsphase … Noch 4…3…2…los geht’s!“ Die Gruppe wirkt hoch motiviert und ist voll bei der Sache. Nach Stundenende kommen die Teilnehmer sichtbar erschöpft, aber zufrieden aus dem Kursraum. Das ist Indoor Cycling.

Ist dieses Training aber wirklich für jeden, auch für Einsteiger geeignet? Mit gutem Gewissen kann ich sagen: ja! Richtig dosiert und fachkompetent angeleitet, ist Indoor Cycling für jeden geeignet. Breiten- und Leistungssportler, sportliche und weniger trainierte Teilnehmer jeden Alters und Geschlechts können das Training auf den explizit für dieses Kursformat konzipierten Standrädern ausüben. Man benötigt dabei noch nicht einmal eine besondere Affinität zum Fahrradfahren.

 



 

Teilnehmer in den Kursraum locken und halten

Neue Teilnehmer wissen oft nicht, welches Training für sie geeignet ist, und probieren unterschiedliche Kurse aus. Damit die neuen Teilnehmer den Kurs nicht nur ein Mal besuchen, müssen die permanente Betreuung der Teilnehmer und eine zielgruppenspezifische Kursgestaltung immer im Vordergrund stehen.

Diese Betreuung beginnt bereits vor dem Kurs, indem der Trainer rechtzeitig da ist und aktiv auf die neuen Teilnehmer zugeht, sich persönlich vorstellt und diese nach deren Zielen, Befinden und körperlichen Einschränkungen fragt. Erstbesucher sind oft scheu und zurückhaltend und wählen einen Platz in den hinteren Reihen. Hier ist der Trainer in der Pflicht, über die persönliche Kontaktaufnahme das Eis zu brechen.

Der Trainer sollte neuen Teilnehmern das Gefühl geben, dass sie ernst genommen werden und willkommen sind – auch wenn sie für den Privatgebrauch vielleicht nicht einmal ein Fahrrad besitzen. Indoor Cycling ist kein Fitnessprogramm, das nur für Radsportler geeignet ist.

 

Indoor Cycling ist ein Groupfitnessprogramm

Beim Indoor Cycling unterliegt der Stundenaufbau den Regeln der Groupfitness. Musik wird gezielt eingesetzt, Trittfrequenzen sind limitiert und diverse Techniken werden in der Fitnesssprache ausgedrückt: „Position eins, zwei oder drei“ – das ist beim Outdoorfahren anders.

Würden wir ausschließlich Radsportler mit diesem Kursformat bedienen wollen, wäre dieser Kurs in der Fitnessbranche längst nicht mehr etabliert.

Eine ausführliche Einweisung in das Indoor Cycle Bike ist unabdingbar, um die optimale Sitzposition zu ermitteln und den Kurs erfolgreich zu meistern. Zudem sollten Sicherheitsaspekte angesprochen werden, die das Verletzungsrisiko minimieren. Während der Kursstunde sollte der Trainer regelmäßig von seinem Bike absteigen, die Teilnehmer nach ihrem Befinden fragen, gegebenenfalls korrigieren und die Belastung individuell verändern.

 



 

Fingerspitzengefühl gefragt

Eine Kursstunde ist keine Trainingseinheit, die den Bedürfnissen des Trainers entspricht, sondern ein fachkompetent angeleitetes Gruppentraining. Teilnehmer sollten nicht überfordert sein, sich aber auch nicht langweilen.

Das verlangt vom Kursleiter eine gute Vorbereitung und ein entsprechendes Fingerspitzengefühl für unterschiedliche Zielgruppen und Leistungslevels. Grundsätzlich sollte in der Stunde das gefahren werden, was auf dem Kursplan steht. Dennoch muss der Trainer in der Lage sein zu differenzieren, sodass das Trainingsprogramm zu jeder Zeit zum Kunden passt.

 

Trainingsmethodik für Cycling-Einsteiger

Als Trainingsmethodik eignet sich für Beginner das Wechselspiel zwischen Belastungs- und Erholungsphasen (Intervalltraining). Die Belastungen sollten in der Intensität leistungsgerecht begrenzt und nicht zu lang sein und mit den Erholungsphasen im gleichen Verhältnis stehen.

Besonders zur Integration von neuen Teilnehmern sind außerdem spezielle Einsteiger-Workshops zu empfehlen, die in der Praxis maximal 30 bis 45 Minuten dauern. Der Trainer erscheint in normaler Sportkleidung und nimmt sich ausführlich Zeit für die Fragen und Belange der Teilnehmer. Dies kommt im Kursalltag oft zu kurz, besonders dann, wenn vor und nach der Stunde weitere Kurse stattfinden.

 

Darum ist Indoor Cycling für alle geeignet

Für all diejenigen, die für klassisches Fitnesstraining an Geräten nicht zu begeistern sind und gerne in der Gruppe trainieren, bietet Indoor Cycling den idealen Einstieg in ein abwechslungsreiches und gelenkschonendes Ausdauertraining. Regelmäßiges und richtig dosiertes Herz-Kreislauf-Training wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, stärkt das Immunsystem und ökonomisiert den Stoffwechsel. Die einfache Bewegung fordert wenig Koordination. Der Widerstand ermöglicht das individuelle Training je nach Fitnesszustand und trotzdem kann man in der Gruppe trainieren.

Neulinge sind anfangs meist schüchtern und verstecken sich in der letzten Reihe – Trainer sollten sie ansprechen

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Modernste Indoor-Cycling-Geräte können zudem exakte Messungen und Schnittstellen für digitale Medien bieten – ein tolles Tool, das das Training unterstützt und den individuellen Trainingserfolg sichtbar macht. Zu empfehlen ist natürlich auch das Tragen eines Pulsmessers zur Belastungskontrolle. Dauerhaft garantiert die gezielte Trainingssteuerung über entsprechende Geräte oder Displays dann den gewünschten individuellen Trainingserfolg. In Kombination mit einer guter Betreuung, motiviert dies garantiert zu lebenslangem Sporttreiben.

 

Den vollständigen Artikel findest du im Trainer-Magazin 4/16, geschrieben von
Gaby Maass | Als Diplomsportlehrerin und staatl. anerkannte Motopädin hauptberuflich beschäftigt an der Bergischen Universität Wuppertal (Hochschulsport und betriebliche Gesundheitsförderung); seit 1992 als top qualifizierte Trainerin/Kursleiterin/Referentin in der Fitnessbranche auf Kongressen, Conventions und Ausbildungen aktiv; Mastertrainerin im Team ICG® Germany; www.teamicg.de

 


Aktueller Expertentalk 2017

Das tut sich auf dem Indoor-Cycling-Markt!

Schaue dir das Video von unserem letzten Expertentalk an. Der Indoor-Cycling-Bereich war in den vergangenen 18 Monaten von einigen Markenwechseln und Firmenübernahmen geprägt. Welche Bedeutung diese Entwicklungen haben – darüber diskutierte Verlagsleiter und body LIFE-Chefredakteur Max Barth im body LIFE-Expertentalk. Zu den Gesprächsgästen zählten: Christoph Roth, MoveToLive Deutschland GmbH, Karsten Ahlborn, Indoor Cycling Group, Martin Timmermann, Amer Sports Europe GmbH, und Falko Fritzsche, Core Health & Fitness GmbH.


 


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