Klein und doch ganz groß

Training mit Kleingeräten
Das Training mit Kleingeräten ist bei allen Spezialisten wie Personal Trainern, Sportlehrern, Physiotherapeuten und Konditionstrainern ein wichtiger Bestandteil ihrer Trainingsphilosophie. Dementsprechend findet man diese Geräte in unglaublicher Vielfalt und vielen Variationen in Schulen, Fitnessstudios, Rehazentren und auf Sportplätzen.
Mit Kleingeräten wird vor allem ein funktionelles Training, das heißt ein Training mit mehrgelenkigen Übungen, angestrebt. Dabei werden sportmotorische Fähigkeiten, wie Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit, mit koordinativen Begabungen, wie Gleichgewicht, Differenzierung, Reaktion, Rhythmus und Orientierung, miteinander kombiniert. Je nach Verschieben des Körperschwerpunktes, der Anzahl der Kontaktpunkte, der Größe des Bewegungsradius oder des Einsatzes des visuellen und vestibulären Systems, unterscheiden sich die Anforderungen einzelner Übungen. Somit kann je nach Leistungsniveau eine Vielfalt von einfachen bis zu sehr herausfordernden Bewegungsvariationen statisch oder dynamisch durchgeführt werden. Auch in den Anwendungsmöglichkeiten oder der Kombination mit anderen Geräten finden Trainingskleingeräte fast unlimitierte Möglichkeiten. In Therapiezentren und im PT sind sie Hauptbestandteil des Trainings.
Einsatz der Geräte
In der Rehabilitation, im Kleingruppenund Präventionstraining werden vor allem Körperstabilisation, Koordination und Beweglichkeit geschult. Dazu kommt der Aufbau spezifischer Muskelgruppen oder die Sturzprophylaxe. In Fitnesszentren und Sportvereinen dienen die Kleingeräte der Kompensation zum Basistrainingsprogramm oder zur Schulung bzw. Verbesserung von sportspezifischen Trainingsabläufen. Für den Personal Trainer bedeuten die Kleingeräte Unabhängigkeit. Sie können leicht überall mitgenommen und aufgebaut werden. So kann der PT selbst auf kleinstem Raum ein ganzheitliches und kundenorientiertes Training anbieten.
Die Geräte
- Ball Der Ball wird vor allem im Gesundheitstraining, aber auch als aktive Sitzgelegenheit eingesetzt. Besser als jeder Bürostuhl stärkt der Ball den Muskel- und Stützapparat, kräftigt die Rückenmuskulatur und entlastet gleichzeitig die Wirbelsäule. Mit dem Ball werden vor allem Übungen zur Wirbelsäulenstabilität und Wirbelsäulenbeweglichkeit gemacht.
- Schlingentraining Dieses mobile Trainingsgerät kann an einer Stange, einem Baum oder Haken befestigt werden. Die beiden Seile sind längenverstellbar und je nach Hersteller am Aufhängepunkt fixiert oder über eine Umlenkrolle miteinander verbunden. Durch das Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht werden Kraftaufbau, Muskelkoordination sowie Rumpfstabilität, angepasst an das jeweilige Fitnessniveau, effizient trainiert.
- Bosu Balance Trainer Der Bosu gleicht einem halben Ball und ist ein vielseitiges Trainingsgerät, welches Stabilisations-, Funktions-, Sportund Gleichgewichtstraining einschließt. Die koordinativen Fähigkeiten werden von subtilen Gleichgewichtsanpassungen bis zu sportspezifischen, schnellen Reaktionsbewegungen geschult.
- Matten, Luftkissen Die Materialien werden als Stützfunktion, zur Dämpfung und Schonung der Gelenke oder als instabile Unterlagen für verbesserte Propriozeption und Koordination eingesetzt. Sie können mit anderen Kleingeräten auch zu komplexen Übungsabläufen genutzt werden.
- Balanceboard Je nach Balanceboard können koordinative Vor-/Rückwärts-/Seitwärtsbewegungen oder mehrdimensionale Bewegungen trainiert werden. Mit unterschiedlichen Höhen und Auflageflächen wird der Schwierigkeitsgrad verändert. Da die Faktoren Stabilisation, Kräftigung, Koordination und Konzentration stetig ineinanderfließen, wird nicht nur komplex, sondern auch äußerst effizient trainiert.
- Elastik Gummizüge (Tubes) sowie elastische Bänder werden sehr häufig beim Perso- nal Training und in der Rehabilitation eingesetzt. Sie verfügen über einen progressiven Widerstand und bewirken eine Steigerung der Kraft, Mobilität und Flexibilität. Durch die Dauerspannung des Elastes eignen sie sich zudem für das Schnellkrafttraining.
- Kleingewichte Kleingewichte finden Verwendung in Form von Gewichtsmanschetten, Kleinhanteln, Sandsäcken, Gewichtsbällen oder Gewichtswesten, die von 0,5 bis ca. 5 kg variieren. Sie eignen sich zum Training von Kraftaufbau und Kraftausdauer verschiedenster Muskelgruppen. Im Gegensatz zum Elastik bleibt der Widerstand konstant.
- Stabilisationsgeräte Als Stabilisationsgeräte dienen Stäbe, die spezielle Schwingungen auf den Körper übertragen und mit den tiefliegenden Muskeln aktiv den Rumpf stabilisieren. Durch dosierte Impulse in großer Stimulusdichte fördern die Übungen gezielt das Zusammenspiel der stabilisierenden Muskulatur und bieten damit die Basis für Bewegungen mit einer korrekten Körperhaltung.
Fazit
Kleingeräte spielen beim funktionellen Training eine wichtige Rolle. Sie erlauben freie Bewegungen, aktivieren nebst der primären auch die stabilisierende Muskulatur, verbessern Koordination und Körperhaltung. Mit Kleingeräten können immer wieder neue Übungsvariationen gestaltet werden, was einerseits dem Trainierenden Abwechslung und Motivation bringt, andererseits dauernd neue Trainingsimpulse und Trainingsstimulationen setzt.
Therese Mosimann |
hat einen Bachelor in Ernährungsberatung und ist ausgebildete Sportlehrerin. Sie ist Ausbildungsleiterin bei der SAFS AG im Bereich Personal Training und Ernährungstrainer. www.safs.com; www.activitypoint.ch


